Bevor Sie Maßnahmen erwägen Ihre Verbräuche zu senken, wird Sie wohl insbesondere Folgendes interessieren: Wie ist der momentane Zustand bei mir im Vergleich zu ähnlichen Haushalten und zum praktisch Erreichbaren zu bewerten? Natürlich sind hier viele Individuelle Faktoren zu berücksichtigen. Zum Beispiel hat ein rund um die Uhr genutztes Einfamilienhaus mit Garten zwangsläufig einen höheren Wasser-, Strom- und Heizenergiebedarf pro Kopf, wie eine gleichgroße Familie in einer Hochhausetagenwohnung, bei der die Bewohner die meiste Zeit des Tages außer Haus sind. Der nutzungsbezogene Bedarf ist nicht Anlass sich zu beunruhigen oder damit zu prahlen. Schließlich benötigt z.B. extern gewaschene Wäsche mehr Energie als zuhause gewaschene (Fahrten mit eingerechnet), auch wenn dies in der Jahresstromabrechnung anders aussehen mag. Die verbreitet angebotenen Vergleiche sind also immer mit Vorsicht zu genießen, zumal sie oftmals kommerzielle Hintergründe haben.
Das Folgende kann also nur eine rein qualitative Hilfestellung sein, ob bei Ihnen akuter Handlungsbedarf besteht. Es ersetzt keinesfalls eine fachkundige Energieberatung, die Schwachpunkte im Detail ermittelt und quantitativ die Verbesserungen durch Maßnahmen oder Maßnahmenpakete beziffert.
Heizenergie:
Die Vielzahl der möglichen Immobilien verhindert eine allumfassende Angabe von aussagekräftigen Kennwerten. Die nachfolgenden Werte gelten nur für den Bereich freistehender Einfamilienhäuser. In dem Maße wie das Verhältnis der wärmeübertragenden Außenhaut zum beheizten Gebäudevolumen abnimmt
(> Doppelhaus > Reihenmittelhaus > Etagenwohnung) sollten sich die genannten Werte verbessern. Zur Bewertung Ihrer Immobilie benötigen Sie deren beheizte Fläche und am besten den Jahresmittelwert des Heizenergieverbrauchs mehrerer zurückliegender Heizperioden. Sollten Ihnen diese Werte in Liter Heizöl oder Kubikmeter Erdgas vorliegen, multiplizieren Sie den Wert mit 10 und Sie erhalten den ungefähren Wert in Kilowattstunden (kWh). Wenn Sie diesen Wert nun durch den Quadratmeterwert der beheizten Fläche teilen, erhalten sie überschlägig Ihren spezifischen Heizwärmebedarf in kWh/m².
Übliche Werte für den spezifischen Heizwärmebedarf von Einfamilienhäusern in Abhängigkeit vom Alter:
Datum Bauantrag |
Gesetzliche Wärmeschutzvorgaben |
Spezifischer Heizwärmebedarf |
vor November 1977 |
keine |
ca. 200 - 300 kWh/m² |
November 1977 bis Dezember 1983 |
1. Wärmeschutzverordnung |
ca. 180 kWh/m² |
Januar 1984 bis Dezember 1994 |
2. Wärmeschutzverordnung |
ca. 140 kWh/m² |
Januar 1995 bis Januar 2001 |
3. Wärmeschutzverordnung |
ca. 100 kWh/m² |
Februar 2002 bis September 2009 |
Energiesparverordnung
2004/2007
|
ca. 70 kWh/m² |
Oktober 2009 bis heute |
Energiesparverordnung 2009
aktueller Neubaustandard
|
ca. 50 kWh/m² |
seit einigen Jahren technisch möglich |
Passivhausniveau
deutlich über gesetzlichen Vorgaben |
ca. 15 kWh/m² |
Man erkennt leicht, dass selbst nach Wärmeschutzverordnung erbaute Häuser aus heutiger Sicht durchaus Optimierungsbedarf aufweisen, da sie immer noch 2-, 3-, oder gar 4-mal soviel Heizenergie benötigen, als es heute Stand der Technik ist. Es ist von wenigen Fällen abgesehen prinzipiell möglich Häuser auf Neubauniveau oder auch besser zu sanieren.
Als etwas weitergehenden Einstieg in die Thematik ist der Heizcheck zu empfehlen, der für das Bundesumweltamt entwickelt wurde. Da es sich hierbei noch immer um eine Grobanalyse handelt, sollten auch diese Ergebnisse nur als Anhalt dienen.
Stromverbrauch:
Die Einschätzung des Stromverbrauchs für einen Haushalt kann entweder sehr einfach erfolgen oder kann schnell sehr komplex werden. Sehen Sie den Ihren als einen durchschnittlichen Standardhaushalt, kann als Richtschnur folgende Tabelle mit bundesdeutschen Durchschnittswerten helfen:
Personenzahl im
Haushalt |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
durchschnittlicher
Jahresstromverbrauch |
1300 kWh |
2100 kWh |
2900 kWh |
3500 kWh |
4100 kWh |
4700 kWh |
5300 kWh |
Aber was ist schon ein Standardhaushalt. Allein schon, ob das Warmwasser elektrisch erzeugt wird oder nicht, ändert die Situation grundlegend. Sollten Sie Interesse haben Ihren Stromverbrauch genauer zu analysieren, bietet die Energieagentur NRW einen interessanten Strom-Check für Haushalte. Dennoch ist das Ergebnis trotz 12 Seiten Datenabfrage noch immer sehr ungenau. Sollten sie Ihren Stromverbrauch als wesentlich zu hoch empfinden und sich mit einer Selbstanalyse überfordert fühlen, finden sie bei uns Hilfe.
Wasserverbrauch:
Wasserverbrauch kann auch als eine Form des Energieverbrauchs gesehen werden. Der Wasserpreis und damit auch die noch wesentlich höheren Abwasserkosten beruhen nicht unwesentlichen auf dem (Energie-)Aufwand für Erschließung, Förderung, Aufbereitung, Verteilung und letzten Endes der Abwassersammlung und -klärung. Wassereinsparung bedeutet somit neben Kostenreduzierung auch Umweltentlastung. Laut Statistischem Bundesamt errechnet sich der durchschnittliche Wasserverbrauch auf ca. 125 Liter pro Person und Tag was etwa 45 Kubikmeter pro Jahr und Person bedeutet. Die Schwankungsbreite ist dabei hoch. Es lässt sich durchaus ohne hygienische Nachteile mit der Hälfte oder weniger auskommen. Sollten sie hier Handlungsbedarf sehen, unterstützen wir Sie gerne bei einer Wasserverbrauchsanalyse.
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